Silk&Salt

über Fragen zum Leben, "wichtig" und "unwichtig".

H A L L Ö C H E N
Wir ein paar Tagen lag ich abends in meinem Bett in einem Hostel in Barcelona hab mal wieder bei der lieben Diana - laviedeboite.com - vorbeigeschaut, sie hat (total verdient) von Laura den Liebsten Blog Award erhalten und auf einmal bin ich am Ende des Posts verlinkt. Vielen lieben Dank!!
Ich hab mich unglaublich gefreut und beantworte die Fragen unglaublich gerne, ich glaub bei einer Frage wusstest meine Antwort schon beim Tippen. Da wird hier nicht nur virtuelle Liebe durch die Gegend gesendet, sondern es kommt auch noch was Tolles für meinen Blog raus, nämlich 10 Antworten auf 10 sehr schöne, abwechslungsreiche Fragen.

Womit kann man dir die größte Freude machen? 
Am Geburtstag sind die schönsten Geschenke, welche eine Bedeutung haben, die dich mit Augenzwinkern angucken - man schaut dem lieben Menschen ins Gesicht und strahlt einfach.
Erinnerst du dich an eine Begegnung mit einem Menschen, die dich besonders geprägt hat?
Vor einigen Wochen war ich mit ca. 50 Mitschülern in Krakau, wir das jüdische Viertel besucht und waren im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau - die ganze Reise hat viel mit mir gemacht, ich werde noch versuchen es in Worte zu fassen.
eine ganz besondere Begegnung auf der Reise: Ein alter Pole spricht (auf Deutsch) meine Lehrerin an: "Seid ihr aus Deutschland?" (- ich erschrecke ein bisschen, wollte ich doch eben niemand mit meiner deutschen Sprache provozieren). Sie bejaht und er sagt: "Herzlich Willkommen!! Ich freue mich sehr, dass sich die jungen Leute für die Geschichte interessieren!". Mir wird ganz anders.  Ich dreh mich zu meiner Freundin, sie hat Tränen in den Augen, genau wie ich.

Mit welcher Band würdest du gerne mal auf der Bühne stehen und warum?
Da kann ich mich gar entscheiden, entweder Casper oder Florence + the machine...
Casper müsste "So Perfekt" spielen, ich würde mit schreien, "tanzen" und bei "sag dir diese Welt ist perfekt" es glauben. Aber Florence Welch ist atemberaubend, ich glaub da ist eine mega Atmosphäre auf der Bühne, die jeder mal erlebt haben muss!

"Mit Armen in der Luft, beiden Beinen leicht neben dem Beat"

"Et jitt kei Wood, dat sage künnt, wat ich föhl, wenn ich an Kölle denk!"

Haben wir alle zusammen gesungen, wohl eher geschrien und dazu völlig unkontrolliert getanzt.
In diesem Moment war mir irgendwie klar, dass es vorbei ist, dass wir uns in alle Himmelrichtungen verteilen werden. Aber dieses Gefühl, dass wir es geschafft haben, das kann uns keiner nehmen und das verbindet uns, denn wir können es nicht ändern, wir waren nunmal alle zusammen in einer (chaotischen) Stufen. Wir werden uns immer an diese Nacht, beziehungsweise diesen Morgen in Köln erinnern mit einem unglaublich großartigem Gefühl im Bauch. Auch,wenn sich die einen mehr und die anderen weniger an das tatsächliche Geschehen erinnern werden, dieses Gefühl hatte glaub ich jeder irgendwann zwischen So 18 Uhr und Mo 7 Uhr..
Auch wenn vieles hätte besser laufen können, eins hat definitiv ganz wunderbar geklappt: das Feiern!
So stand mein Stufenleiter irgendwann neben mir und schrie: "MEINE STUFE!!!" Wenn ich mich richtig erinnern, hatte er dazu beide Arme in der Luft. Wir haben ihn natürlich auch gefeiert, denn wir können uns keinen Besseren vorstellen und so durfte er sich am Stagediving probieren - keine Sorge es gibt keine Verletzten!

"Doch wenn schon scheiße Tanzen, dann so, dass die ganze Welt es sieht. Mit Armen in der Luft, beiden Beinen leicht neben dem Beat."

War dann irgendwann mein Motto, weil ich überhaupt (!) keine Tanzmaus bin. Ich bin so untalentiert, dass meine Sportlehrerin irgendwann mal durch die halbe Turnhalle rief: "Katrin was machst du da?" und mich währenddessen auch noch auslachte. Aber nach mehrfachen Aufforderungen meiner liebsten Mädels und meines (obengenannten) Stufenleiters habe ich mich ergeben. Wie man meine Bewegungen definiert, überlasse ich den anderen Anwesenden, aber diesen Abend, unser Abitur musste einfach ordentlich gefeiert werden und dann ist es doch ziemlich scheißegal wie man dabei aussieht!


boots are made for dancing.

H A L L Ö C H E N

Wir werden zusammen in den nächsten Morgen tanzen. 
Wir werden gemeinsam die Gläser heben, gemeinsam kreischen, 
weil gemeinsam auf unser Abitur tanzen.

Alles wird einen fantastischen Sinn ergeben. 
Die Quälerei der letzten beiden Jahre bekommt einen Wert. 

von allem ein bisschen, schlussendlich Gedankenchaos.

H A L L Ö C H E N
Ohne, dass ich es so richtig gemerkt habe, ist diese tatsächliche Pause länger geworden, als geplant.
Zwei Jahre lang habe ich gefühlt durch gelernt und jetzt durfte mich die Erschöpfung volle Breitseite erwischen - hat sie auch. Nicht mal, dass ich krank geworden bin, wie meine Relilehrerin prophezeit hat, das Kratzen im Hals gehört schon lange zu meinem Alltag. Ich wollte einfach nicht mehr, ich hatte genug davon mein Hirn zu benutzen, also so richtig, ich weiß, dass es immer an ist! Selbst, wenn ich ganz viele verschiedene Gedanken in Worte fassen wollte, dann gab's keine Motivation die Kamera aufzustellen, mit dem Wissen, dass 80% eh direkt im Papierkorb landet..

Letzten Montag, also nicht Pfingstmontag, sondern der davor, bin ich aufgewacht und wusste jetzt ist es soweit! Lange bevor ich mich angemeldet habe, wusste ich, dass ich an dieser Fahrt teilnehmen werde. Ich wusste es, es war schon fast eine persönliche Verpflichtung. Nun wurde es mir immer bewusster und dieses Bewusstsein hat mir auch Angst gemacht.
Mittwoch in der Früh haben wir uns auf den Weg gemacht - nach Krakau. Krakau hat mit Sicherheit eine schöne Altstadt, ein schönes Schloss und andere schöne Ecken, aber uns ging es nicht um das Schöne. 
Auf der Fahrt hat uns der Film "Schindlers Liste" eingestimmt, am Donnerstag haben wir es dann in echt gesehen: das jüdische Viertel, das ehemalige Ghetto und ein wahnsinnig beeindruckendes Museum. Nichts im Vergleich zu Freitag: Auschwitz und Birkenau.
Danach möchte man nicht #ootd in die Welt schicken, danach möchte man alles verändern, ist aber betäubt. Meine Mama hat dann weise, wie sie ist, gesagt: "möchtest Du jetzt jeden Tag traurig sein?"


über das (Pausen) Gönnen.

H A L L Ö C H E N
Ich glaube, dass wir uns viel zu sehr auf das, was wir machen müssen, konzentrieren, anstatt auf das, was wir machen wollen. Damit vergessen wir auf uns zu hören. Dass, das fatal ist, haben wir wahrscheinlich alle schon mal gemerkt. Gemerkt haben wir wohl auch, dass zwischen Merken und Lernen ein großer Unterschied ist - ich bin dafür, dass wir uns alle Mühe geben diesen Unterschied immer wieder zu verringern.

So hatte ich einen Plan, wie ich entspannt für die mündliche Prüfung lerne - also so entspannt, wie ich entspannt lernen kann. Allerdings gehöre ich sowieso nicht zu den entspanntesten Menschen und so hab ich auch noch meinen Plan zerstört und ich bin ziemlich unentspannt. 
Hab gerade die Notbremse gezogen und heute Morgen erst NEO MAGAZIN ROYALE und dann Kuttner plus zwei geguckt und währenddessen ein bisschen nach Klamotten geguckt. Und ich hab schöne Klamotten bei Pull&Bear gefunden!

über meinen Rucksack der letzten zwei Jahre.

H A L L Ö C H E N
Seit 2 Jahren trage ich nun diesen unglaublich schweren Rucksack mit mir rum - er ist nicht nur schwer, die Riemen schneiden in die Schultern, irgendeine Stelle pikst immer wieder in den Rücken und immer, wenn ich ihn für eine kurze Pause absetzen will, muss ich doch wieder weiter und der Rucksack bleibt auf dem Rücken, auf meinem Rücken.
Natürlich stützt mich immer wieder einer meiner Lieben, manchmal wird er mir sogar kurz abgenommen. Das hilft nicht wirklich, denn auch, wenn der offensichtliche Druck genommen wird, bleiben die Wundenstellen der Riemen und der Piekser, sodass ich ihn niemals vergesse.
Jetzt ist ab ich den Rucksack für mittlerweile 5 Tage abgesetzt und auch, wenn ich ihn morgen noch einmal aufsetze, ist er leichter geworden. Diese Befreiung hab ich vorher in meinem Leben noch nicht gespürt.

Der Rucksack ist vorallem gefüllt mit meinen eigenen Erwartung, aber auch mit den Normen der Gesellschaft. Im Laufe der Zeit kommen Selbstzweifel, gefolgt von größeren eigenen Erwartungen, hinzu. Eine Spirale, die nach unten geht. Ich könnte einen ach so coolen, witzigen Spruch zitieren: "Läuft bei mir, zwar rückwärts und bergab, aber läuft bei mir!" Mein Sarkasmus versucht zu stützen, letztendlich ist er reiner Selbstschutz.
Schlussendlich kommt etwas Widerliches hinzu: Selbstmitleid. Ich find's absolut schrecklich und trotzdem konnte ich nicht widerstehen und musste mich drin suhlen.

Direkt nach der Matheklausur, am Dienstag, hab ich den Rucksack abgeworfen, ihn verbrannt und die Asche vergraben. "What doesn't kill you, makes you stronger" hätte ich dazu laut aufdrehen müssen, dann wäre es tatsächlich Hollywood reif gewesen.
Diese 2 Jahren haben mich soviel Kraft gekostet, dass ich am liebsten hingeschmissen hätte. 
 
Nun fühlen ich befreit, bereit für's Leben. Jaja, ich weiß, auch wenn man ich mich jetzt soooo unglaublich erwachsen fühle, fast 18 und fast mit dem Abizeugnis in der Hand, bin ich es überhaupt nicht, aber es tut einfach gut dieses Gefühl! Ich hab unendlich Bock auf all das Neue, Unbekannte das nun kommen wird! 
 
Ich bin mir sicher, dass ich auch die Abiprüfungen nicht mit Auszeichnung bestehen werde, aber ich werd mir immer sicher, dass ich stolz auf mich sein kann, auf die Leistung, die ich in den letzten zwei Jahren erbracht habe. Ich hab das gegeben, das ich konnte, hab den Rucksack bis zum Ende getragen, das ist das was zählt!

I'm back in the world wide web und ich hab verdammt nochmal Bock!
Auch wenn ich nicht die Lust/Kraft/Idee/whatever zum Bloggen hatte,
meine Begeisterung für Mode ist mindestens genauso groß und auf's Schreiben find ich immer spannender, mal sehen wohin das hier noch führt...
 
Vielleicht hab Ihr ein paar Fragen, 
dann würde ich mich über diese freuen und zum Neustart beantworten!

macht das Schönste aus'm Tag

 K A T R I N